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1 So 00:00
Café Tasso    Konzert (Geburtstag): Ilse Aichinger (1921-2016)

 

  • Von Anfang an rief Aichinger in ihren Werken zur Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen auf und sprach sich gegen falsche Harmonie und Geschichtsvergessenheit aus. Bereits 1945 schrieb sie einen Text über die Welt der Konzentrationslager (Das vierte Tor), der erste in der österreichischen Literatur. Ein Jahr später schrieb sie in dem Essay Aufruf zum Misstrauen: „Wir müssen uns selbst misstrauen. Der Klarheit unserer Absichten, der Tiefe unserer Gedanken, der Güte unserer Taten! Unserer eigenen Wahrhaftigkeit müssen wir misstrauen!“Mit diesem Aufruf gegen die Verdrängung der Geschichte und für eine schonungslose Eigenanalyse wandte sich Ilse Aichinger gegen die deutsche Kahlschlagliteratur, deren Anhänger nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen radikalen Neubeginn propagierten.

    1948 schrieb sie ihren einzigen Roman Die größere Hoffnung, in dem sie unter Bezug auf ihre eigene Biografie das Schicksal einer jungen „Halbjüdin“ im Nationalsozialismus schildert. Die größere Hoffnung ist ein Buch darüber, dass es die großen Hoffnungen nicht mehr gibt. Der Roman bietet keine konkret-realistische Darstellung von Demütigungen, Angst und verzweifelter Hoffnung, sondern eine allegorische Schilderung in zehn chronologisch angeordneten Bildern aus der subjektiven Perspektive eines fünfzehnjährigen Mädchens. Es wird nicht chronologisch nachvollziehbar erzählt, der Text ist eher ein Geflecht aus Traum, Märchen, Mythos und Historie. Monologe wechseln ab mit Dialogen, auktoriales Erzählen mit personalem. „Durch die symbolische Überhöhung wird das Grauen keineswegs verharmlost, sondern nur auf eine andere Ebene gehoben und mit zeitlosen Themen verknüpft.“

    Die größere Hoffnung ist, zusammen mit Musils Moosbrugger- und Clarisse-Studien im Mann ohne Eigenschaften, der erste dekonstruktive und sprachthematisierende Roman der österreichischen Literatur, der sich auch mit Geschichte auseinandersetzt.

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    Die folgenden Ehrenzeichen und Orden hat Ilse Aichinger nicht angenommen.

    1991: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
    1991: Ehrenzeichen des Landes Salzburg
    1994: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
    1994: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

(Quelle: Wikipedia)


Eintritt frei - Spende erbeten

19 Do 00:00
Café Tasso    Konzert (Geburtstag): Anna Seghers (1900 - 1983)

 

Die frühen Werke Anna Seghers’ können der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden. In der Exilliteratur spielte sie nicht nur als Organisatorin eine wichtige Rolle, sondern schrieb mit Transit und Das siebte Kreuz auch zwei der literarisch bedeutendsten Romane dieser Zeit. Ihre späteren, in der DDR erschienenen Romane sind dem Sozialistischen Realismus verpflichtet. Sie zeigen eine schematische Figurenführung und irritieren durch ihre Parteitreue, die nicht zuletzt auf die zahlreichen offiziellen Funktionen (u. a. als Präsidentin des Schriftstellerverbandes) zurückgeführt werden kann. Im Gegensatz zu den Romanen der fünfziger und sechziger Jahre behalten die späten Erzählungen ihre literarische Gültigkeit. Bis ins hohe Alter bewies Seghers darin eine erzählerische Frische, die nicht zuletzt daher rührte, dass sie immer wieder Stoffe aus der Renaissance, aus Ostasien, der Karibik oder Mexiko aufgriff, die sie sowohl einfühlsam und kenntnisreich wie auch mit großer Erfindungs- und Gestaltungsgabe – jenseits aller Klischees – literarisch großartig zu erzählen verstand.

 

(Quelle: Wikipedia)


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